KI verändert das LMS – und damit auch seine Rolle

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21
Okt.
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KI verändert das LMS – und damit auch seine Rolle

Die Art, wie wir lernen, verändert sich – und damit auch die Rolle von Lernplattformen.

KI verändert das LMS – und damit auch seine Rolle
KI verändert das LMS – und damit auch seine Rolle

Was KI für LMS und LXP bedeutet

Ein LMS hatte lange eine ziemlich klare Aufgabe: Es bündelt die Schulungen eines Unternehmens an einem zentralen Ort und zeigt Mitarbeitern, welche Trainings für sie vorgesehen sind, wo sie die entsprechenden Kurse finden und was sie bereits abgeschlossen haben. Für L&D-Teams geht es dabei vor allem um die Verwaltung, das Reporting und die Dokumentation – insbesondere bei Pflichtschulungen.

Bei einer LXP steht dagegen die Suche nach passenden Inhalten stärker im Vordergrund. Sie führt Inhalte aus unterschiedlichen Quellen zusammen und soll es einfacher machen, genau das zu finden, was man gerade braucht, anstatt sich durch festgelegte Kurse zu arbeiten.

Inzwischen kommt KI bei beiden Plattformtypen zum Einsatz. Quizfragen erstellen, Kurse empfehlen oder Fragen beantworten können viele Plattformen bereits. Das wird schnell zum Standard. Interessant wird es deshalb an einer anderen Stelle: Verändert KI nicht nur die Funktionen von LMS und LXP, sondern auch ihre Rolle beim Lernen?

Die Erstellung von Lerninhalten wird einfacher

Bei der Erstellung von Schulungen lässt sich heute schon viel Zeit sparen. KI übernimmt zunehmend Aufgaben wie die Erstellung von Stimmen, Quizfragen und Texten, die Produktion von Videos oder Übersetzungen. Was bisher viel manuelle Arbeit gekostet hat, geht dadurch schneller. Das bedeutet allerdings nicht, dass automatisch bessere Lernerlebnisse entstehen. KI liefert vor allem einen ersten Entwurf und nimmt einen Teil der Arbeit ab, die bisher in die Produktion geflossen ist.

Auch für Instruktionsdesigner macht das einen Unterschied. Ein erster Entwurf für eine Lernkontrolle ist schnell erstellt, Erklärungen lassen sich in verschiedenen Varianten formulieren und vorhandenes Material kann leichter übersetzt oder weiterverarbeitet werden. Trotzdem muss am Ende ein Experte prüfen, ob das Ergebnis fachlich korrekt, verständlich und didaktisch sinnvoll ist. Die Entscheidung darüber, was tatsächlich eingesetzt wird, bleibt also beim Menschen.

Für Lernplattformen wie LMS und LXP stellt sich damit eine neue Frage: Wenn sich Kurse und Lernmaterialien immer einfacher erstellen lassen, brauchen Unternehmen dann tatsächlich mehr davon? Wichtiger wird dann, die richtigen Inhalte auszuwählen, sie aktuell zu halten und dafür zu sorgen, dass Mitarbeiter sie schnell finden, wenn sie sie brauchen.

Die Suche nach passenden Lernangeboten

Bisher beginnt die Suche nach Lernangeboten meist damit, dass Mitarbeiter das LMS öffnen, nach einem passenden Kurs suchen und ihn anschließend durcharbeiten. Mit KI kann dieser Einstieg einfacher werden. Statt sich durch Kurslisten zu klicken, können Mitarbeiter direkt beschreiben, was sie gerade brauchen – etwa: „Ich muss morgen einem Mitarbeiter schwieriges Feedback geben. Was sollte ich dabei beachten?“ Dafür müssen sie weder den Namen eines Programms kennen noch wissen, wie das Lernangebot aufgebaut ist. Es reicht, die eigene Situation oder Frage zu beschreiben.

Für LXPs ist das besonders relevant, weil das Finden und Empfehlen passender Angebote ohnehin zu ihren wichtigsten Funktionen gehört. KI kann Empfehlungen stärker an der jeweiligen Situation, bisherigen Lernaktivitäten und vorhandenen Kompetenzen ausrichten. Gleichzeitig übernehmen LXPs damit immer mehr Funktionen, die bisher eher klassischen LMS vorbehalten waren. Für Mitarbeiter steht dadurch weniger die Suche nach einem bestimmten Kurs im Vordergrund, sondern die Frage, was ihnen in einer konkreten Situation weiterhilft.

Dabei kommt es weiterhin darauf an, worauf die KI zugreifen kann. Sind Richtlinien veraltet, Kurse doppelt vorhanden oder Materialien schlecht gepflegt, löst auch eine dialogbasierte Suche das Problem nicht. Sie macht den Zugriff darauf lediglich einfacher. Unternehmen müssen deshalb weiterhin dafür sorgen, dass ihr Lernangebot aktuell und verlässlich ist.

Personalisierung geht über Empfehlungen hinaus

Personalisierte Lernangebote gehören bei LXPs schon seit Jahren dazu. KI eröffnet hier neue Möglichkeiten, Empfehlungen genauer auf den einzelnen Mitarbeiter und seine Situation abzustimmen. Dabei können etwa die Rolle, bisherige Schulungen, vorhandene Kompetenzen und berufliche Ziele berücksichtigt werden. Beim adaptiven Lernen geht der Ansatz noch weiter: Nicht nur die Empfehlung, sondern die Lernerfahrung selbst wird an den jeweiligen Bedarf angepasst.

Der Unterschied liegt darin, was nach der Empfehlung passiert. Eine Empfehlung beantwortet die Frage, was ein Mitarbeiter als Nächstes ansehen sollte. Adaptives Lernen passt dagegen die Inhalte oder Aufgaben an das an, was der Mitarbeiter gerade braucht. Die Plattform kann damit nicht nur passende Angebote vorschlagen, sondern auch den weiteren Lernweg an den jeweiligen Bedarf anpassen.

Während KI heute vor allem bei der Erstellung von Schulungen eingesetzt wird, dürfte die Personalisierung künftig stärker in den Mittelpunkt rücken. Dazu gehören individuellere Lernangebote, adaptive Lernpfade, die Zuordnung von Kompetenzen und KI-gestützte Tutoren. Ob solche Systeme tatsächlich zu besseren Lernergebnissen führen, ist damit allerdings noch nicht beantwortet. Eine ausgefeiltere Personalisierung bedeutet nicht automatisch besseres Lernen.

Fähigkeiten werden wichtiger als Kurse

Für Lernplattformen könnte das eine der wichtigsten Veränderungen sein. Bisher dreht sich das Reporting vor allem darum, welche Lernaktivitäten stattgefunden haben: Ein Mitarbeiter hat einen Kurs abgeschlossen, eine Prüfung bestanden oder zwei Stunden gelernt. Solche Angaben sind für die Verwaltung nützlich, zeigen aber nicht unbedingt, was ein Mitarbeiter tatsächlich kann.

Viel wichtiger wird deshalb die Frage, welche Fähigkeiten ein Mitarbeiter für seine Rolle braucht. Wo fehlen noch bestimmte Kompetenzen, und welche Schulungen, praktischen Erfahrungen oder Übungen können dabei helfen, sie aufzubauen? Entscheidend ist also nicht nur, welche Kurse jemand absolviert hat, sondern vor allem, welche Fähigkeiten er dadurch entwickelt.

Genau dabei kann KI helfen. Sie kann Daten aus verschiedenen Bereichen miteinander verbinden und Zusammenhänge zwischen Inhalten, Rollen und Fähigkeiten erkennen. Dafür müssen die zugrunde liegenden Angaben in den beteiligten Systemen allerdings zusammenpassen. Nur wenn klar ist, welche Fähigkeiten für eine Rolle wichtig sind und welche davon ein Mitarbeiter bereits mitbringt, kann KI sinnvolle nächste Lernschritte vorschlagen.

Das LMS wird weniger zum zentralen Lernort

Mit KI stellt sich immer häufiger die Frage, welche Rolle das LMS künftig im Lernumfeld eines Unternehmens spielen wird. Sie kann an ganz unterschiedlichen Stellen zum Einsatz kommen – direkt im LMS oder LXP, in Produktivitätstools oder als eigenständige Anwendung. Lernen muss dadurch nicht mehr an einem einzigen Ort stattfinden.

Für das LMS bedeutet das allerdings nicht, dass es überflüssig wird. Vielmehr verschwimmen die Grenzen zwischen den einzelnen Systemen. Ein Mitarbeiter kann beispielsweise eine Schulung im LMS absolvieren, eine Frage über einen KI-Assistenten klären und das Gelernte anschließend in einer anderen Anwendung ausprobieren. Das LMS muss dabei nicht jeden Schritt selbst abdecken. Wichtig ist vielmehr, dass die verschiedenen Systeme gut zusammenspielen und die nötigen Informationen miteinander teilen können. KI könnte diese Entwicklung weiter beschleunigen.

Das stellt die Plattformen vor neue Herausforderungen

Wenn Lernen an ganz unterschiedlichen Orten stattfinden kann, stellt sich für Unternehmen eine grundlegende Frage: Welche Aufgabe hat das LMS dann noch? Einige Funktionen bleiben unverzichtbar. Pflichtschulungen müssen dokumentiert, Schulungen zugewiesen und Zertifikate im Blick behalten werden. Auch Reporting, Kontrolle und Nachweise bleiben wichtig.

Entscheidend ist deshalb, welchen zusätzlichen Nutzen eine Plattform bieten kann. Ein LMS, das hauptsächlich als Kurskatalog und für das Reporting dient, lässt sich leichter durch andere Technologien ergänzen oder ersetzen. Anders sieht es aus, wenn eine Plattform versteht, welche Fähigkeiten im Unternehmen gebraucht werden, mit anderen Systemen zusammenspielt, passende Angebote empfiehlt und Mitarbeiter genau dann unterstützt, wenn sie etwas brauchen. Dann wird ihre Rolle deutlich größer.

Auch die Grenze zwischen LMS und LXP wird dadurch immer weniger eindeutig. LMS werden um Funktionen für Mitarbeiter und KI erweitert, während LXPs zunehmend Aufgaben rund um Verwaltung und Reporting übernehmen. Viele Plattformen vereinen deshalb inzwischen Funktionen aus beiden Welten.

Mit mehr KI wird auch der Umgang mit Daten wichtiger

Je mehr KI in Lernplattformen zum Einsatz kommt, desto mehr Informationen können dafür nötig sein. Die bisherige Lernhistorie ist noch relativ einfach zu erfassen. Soll ein System jedoch Fähigkeiten einschätzen, Lücken erkennen, Empfehlungen personalisieren oder Mitarbeiter direkt bei ihrer Arbeit unterstützen, braucht es deutlich mehr Informationen – darunter möglicherweise auch sensible Angaben.

Damit werden Datenschutz, Sicherheit und der verantwortungsvolle Umgang mit diesen Informationen immer wichtiger. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie zuverlässig die Ergebnisse der KI sind. Eine unpassende Empfehlung ist ärgerlich. Wenn eine KI jedoch die Fähigkeiten eines Mitarbeiters falsch einschätzt, kann das weitreichendere Folgen haben, etwa für seine berufliche Entwicklung.

Für Unternehmen bedeutet das, dass KI nicht einfach als zusätzliche Funktion einer Lernplattform betrachtet werden kann. Entscheidend ist auch, auf welche Informationen die KI zugreifen kann, wie zuverlässig diese sind und wie damit umgegangen wird. Gerade wenn KI Empfehlungen gibt oder Fähigkeiten einschätzt, braucht es deshalb klare Regeln und eine menschliche Kontrolle.

Zusammenfassung

KI macht es einfacher, Inhalte zu erstellen und Informationen zu finden. Für Mitarbeiter bedeutet das: schneller die passende Antwort bekommen, statt sich durch unzählige Kurse zu arbeiten.

Die größere Herausforderung besteht darin, zu erkennen, was jemand braucht, wann er es braucht und welche Fähigkeiten er damit entwickeln kann. Genau daran wird sich zeigen, ob LMS und LXP künftig wirklich mehr leisten als nur Kurse zu verwalten.


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