Die 84 % übersehen: Warum Software-Rollouts an der Mehrheit scheitern
- Die 84 % übersehen: Warum Software-Rollouts an der Mehrheit scheitern
- Warum klassische Schulungen oft nicht ausreichen
- Das Schulungsprogramm erreicht die falschen Mitarbeiter
- Warum die späte Mehrheit anders lernt
- Unterstützung im richtigen Moment statt nur vor dem Go-Live
- Was die Software-Nutzung in Unternehmen zeigt
- Warum Change Management unverzichtbar bleibt
- Zusammenfassung
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Die meisten Software-Rollouts in Unternehmen sind auf Early Adopters ausgerichtet – nicht auf die Mehrheit der Mitarbeiter, die laufende Unterstützung braucht. Entdecken Sie, wie In-App-Anleitungen, Digital-Adoption-Tools und Change Management dabei helfen, Nutzung, Akzeptanz und ROI zu steigern.

Warum klassische Schulungen oft nicht ausreichen
Rogers‘ Technologie-Adoptionskurve gehört zu den bekanntesten Modellen der Innovationsforschung. In Software-Rollouts wird ihre praktische Bedeutung jedoch häufig unterschätzt.
Innovatoren (2,5 %) und Early Adopters (13,5 %) eignen sich neue Technologien schnell an und kommen häufig mit wenig Unterstützung aus. Die übrigen 84 % der Mitarbeiter benötigen dagegen deutlich mehr Begleitung oder übernehmen neue Systeme erst, wenn sie unvermeidbar werden. Trotzdem sind viele Software-Rollouts so gestaltet, als würden alle Nutzer zu den ersten beiden Gruppen gehören.
Genau hier entsteht das eigentliche Problem.
Das Schulungsprogramm erreicht die falschen Mitarbeiter
Viele Schulungen finden vor dem Go-Live statt. Funktionen und Workflows werden erklärt, die Mitarbeiter üben einige typische Abläufe und sollen anschließend produktiv mit dem neuen System arbeiten.
Für Early Adopters funktioniert dieses Vorgehen gut: Sie probieren Funktionen selbstständig aus, lernen schnell und finden sich auch ohne weitere Unterstützung im Live-System zurecht. Für die Mehrheit gilt das jedoch nicht – sie benötigt deutlich mehr Unterstützung im Arbeitsalltag.
Die frühe Mehrheit entwickelt Sicherheit erst durch wiederholte Anwendung im Arbeitsalltag. Die späte Mehrheit benötigt zusätzlich Unterstützung genau in dem Moment, in dem sie eine Aufgabe im System erledigt. Eine einmalige Schulung vor dem Go-Live kann diese Form des Lernens kaum leisten.
Das Ergebnis ist häufig ein typisches Muster: Die ersten Nutzergruppen arbeiten schnell produktiv, während ein großer Teil der Mitarbeiter das neue System nur zögerlich oder eingeschränkt nutzt.
Warum die späte Mehrheit anders lernt
Die langsamere Adoption neuer Software ist bei der späten Mehrheit meist keine Frage fehlender Motivation oder mangelnder Fähigkeiten.
Vielmehr geht sie Veränderungen vorsichtiger an. Bestehende Arbeitsweisen funktionieren aus ihrer Sicht bereits zuverlässig. Ein neues System muss daher zunächst beweisen, dass der zusätzliche Aufwand gerechtfertigt ist und die tägliche Arbeit tatsächlich erleichtert.
Dieses Vertrauen entsteht selten durch theoretische Schulungen, sondern durch praktische Erfahrungen im Arbeitsalltag, sichtbare Erfolge im Team und die Gewissheit, bei Unsicherheiten jederzeit Unterstützung zu erhalten. Die späte Mehrheit lernt deshalb vor allem durch Anwendung – nicht durch Vorbereitung.
Unterstützung im richtigen Moment statt nur vor dem Go-Live
Die Konsequenz daraus ist nicht, klassische Schulungen abzuschaffen – Early Adopters profitieren weiterhin von einer Einführung vor dem Go-Live. Für die übrigen 84 % braucht es jedoch eine zusätzliche Ebene der Unterstützung.
Genau hier setzen In-App-Anleitungen und Digital-Adoption-Plattformen an. Sie begleiten Mitarbeiter direkt im Live-System und bieten Unterstützung genau dann, wenn sie benötigt wird.
Dazu gehören beispielsweise:
- Schritt-für-Schritt-Anleitungen im System.
- kontextbezogene Hilfestellungen während konkreter Aufgaben.
- intelligente Such- und Hilfefunktionen.
- KI-gestützte Unterstützung direkt im Workflow.
Dadurch entsteht eine andere Lernerfahrung. Statt Wissen auf Vorrat zu vermitteln, unterstützen diese Lösungen Mitarbeiter während der tatsächlichen Nutzung. Kompetenz entsteht dort, wo sie benötigt wird – im Arbeitsprozess selbst.
Was die Software-Nutzung in Unternehmen zeigt
In vielen Unternehmen bleibt ein erheblicher Teil der verfügbaren Software-Funktionen ungenutzt.
Häufig liegt das nicht daran, dass die Software fehlt, sondern daran, dass Mitarbeiter viele Funktionen nie sicher kennenlernen oder im Arbeitsalltag anwenden.
Dadurch entsteht eine Lücke zwischen den Möglichkeiten der Software und ihrem tatsächlichen Nutzen. Gerade in größeren Unternehmen wirkt sich diese Lücke unmittelbar auf Produktivität, Prozesseffizienz und den Return on Investment einer Software-Einführung aus.
Je einfacher Mitarbeiter während ihrer täglichen Arbeit Unterstützung erhalten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass neue Funktionen tatsächlich genutzt werden.
Warum Change Management unverzichtbar bleibt
Technische Unterstützung allein reicht jedoch nicht aus – die späte Mehrheit muss nicht nur lernen, wie ein neues System funktioniert, sondern auch Vertrauen in die Veränderung entwickeln.
Dazu gehört die Überzeugung,
- dass das neue System einen echten Mehrwert bietet,
- dass Kollegen erfolgreich damit arbeiten,
- und dass bei Fragen oder Problemen jederzeit Unterstützung verfügbar ist.
Genau hier setzt Change Management an. Kommunikation, Führungskräfte und interne Multiplikatoren schaffen Akzeptanz für die Veränderung. In-App-Unterstützung sorgt anschließend dafür, dass diese Akzeptanz in erfolgreiche Nutzung überführt wird.
Beides ergänzt sich: Change Management schafft die Bereitschaft zur Veränderung, In-App-Unterstützung ermöglicht die erfolgreiche Umsetzung im Arbeitsalltag.
Zusammenfassung
Software-Rollouts scheitern selten an der Technologie selbst. Häufig scheitern sie daran, dass sie überwiegend für die ersten 16 % der Nutzer konzipiert werden, während die übrigen 84 % der Mitarbeiter andere Anforderungen an Schulung und Unterstützung haben. Erfolgreiche Software-Adoption beginnt deshalb nicht mit möglichst umfangreichen Schulungen vor dem Go-Live, sondern mit kontinuierlicher Unterstützung während der täglichen Arbeit.
Der Erfolg eines Software-Rollouts misst sich letztlich nicht daran, wie viele Mitarbeiter eine Schulung absolviert haben, sondern daran, ob sie die Software im Arbeitsalltag sicher und effizient nutzen. Erst wenn die Mehrheit der Mitarbeiter ihre täglichen Aufgaben selbstständig und routiniert im neuen System erledigt, werden sowohl die erwarteten Produktivitätsgewinne als auch der Return on Investment tatsächlich realisiert.
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